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Wo
die Namib sich von vielen Seiten zeigt
Dreht man sich auf dem Absatz um 180 Grad, sieht die
Wüste auf einmal völlig anders aus: Im Osten
reichen weite Flächen bis zum Fuße ferner
Berge, im Westen reiht sich Düne an Düne bis
an den Horizont. Im Gondwana Namib Park erlebt man die
Namib von zwei Seiten. Eigentlich sogar von drei, denn
unter dem rötlichen Sand befindet sich brauner
Sandstein - 'versteinerte Dünen' einer Ur-Namib,
die an einigen Stellen imposant zutage treten. 60 km
weiter südlich zeigt die Namib zudem noch ein weiteres
Gesicht: Das Tal des Tsauchab Riviers (Trockenfluss)
teilt die Wogen des Sandmeers und endet im berühmten
Sossusvlei, das alle paar Jahre einmal nach sehr gutem
Regen einen See in der Sandsee bildet. |
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Gäste
des Parks übernachten am Fuße der versteinerten
Dünen in der Namib Desert Lodge. Sie können
die Wüste(n) auf Rundfahrten erleben und die Sandstein-Dünen
auf einem Spaziergang erkunden. Außerdem stehen
natürlich Ausflüge zum Sossusvlei und zum
Sesriem Canyon auf dem Programm. |
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Die Namib erstreckt
sich von der Sukkulenten Karoo (an der Küste etwa
bei Lüderitz, im Landesinneren zum Teil weiter
südlich) entlang der Küste bis nach Angola
hinein; sie liegt zwischen Winterregen-System im Südwesten
und Sommerregen-Zone im Nordosten. Der kalte Benguela
Strom an der Küste verhindert, dass die Luft viel
Feuchtigkeit aufnimmt; außerdem können sich
wegen mangelnder Vermischung der kühlen Luftschichten
mit darüber lagernden warmen Schichten keine Wolken
bilden. Daher erhält die Namib von der Küste
her keinen Regen, sondern lediglich Feuchtigkeit in
Form von Nebel. |
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In dem 100
km² großen Gebiet des Parks sind zwei der
drei Vegetationstypen der Namib anzutreffen: Das Sandmeer
mit wenigen Gräsern und die Geröllebenen mit
Gräsern und Sträuchern; an Rivierläufen
findet man auch Akazien und vereinzelt !Nara-Büsche
mit melonenartigen Früchten. Im Park sind Tiere
wie Gemsbock, Springbock, Strauß und Schakal zu
beobachten. Das Wild zieht zwischen dem Parkgebiet und
dem angrenzenden staatlichen Namib Naukluft Park hin
und her. |
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| Wer
sich für Geologie interessiert, kommt voll
auf seine Kosten. Die 'versteinerten Dünen'
stammen von Dünen, die es hier vor etwa 20
Mio. Jahren bereits gab und deren Sand sich in
feuchteren Perioden vor 16 bis 8 Mio. Jahren zu
Sandstein verfestigt hat. Zu Recht bezeichnet
man die Namib daher als älteste Wüste
der Erde. Der Sandstein enthält zudem Fossilien,
darunter bis zu 16 Mio. Jahre alte Eierschalen
von Vorfahren des heutigen Strauß - ein
Indiz dafür, dass sich der Riesenvogel in
Afrika entwickelt hat und nicht in Eurasien, was
lange Zeit ebenfalls erwogen wurde. Bei dem Sand
der jungen Namib handelt es sich um Erosionsschutt
der Drakensberge und anderer Berge im heutigen
Südafrika, der vom Gariep (Oranje) ins Meer
getragen, entlang der Küste abgelagert und
vom Wind zu Dünen aufgehäuft wurde.
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Die Namib ist immer wieder von San (Buschleuten)
durchstreift, aber nie dauerhaft bewohnt worden. Ab
1700 kamen Gruppen des Nama-Volkes, darunter die Topnaar,
die noch heute entlang des Kuiseb Riviers leben. Später
folgten Orlam-Gruppen (mit den Nama verwandt), die vor
europäischen Siedlern am Kap zurückwichen.
Zehn Jahre nach Proklamation des Gebiets zur Kolonie
Deutsch Südwest Afrika fand in den nahe gelegenen
Naukluft-Bergen eine Schlacht zwischen den Witbooi-Orlam
unter Kaptein Hendrik Witbooi und der deutschen Schutztruppe
statt. Der Friedensvertrag hielt bis zu den Aufständen
von OvaHerero und Nama 1904. |
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Mit dem Ersten
Weltkrieg übernahmen die Südafrikaner die
Herrschaft. Das Gebiet am Rande der Namib wurde erst
in den Vierziger Jahren in Farmen aufgeteilt. Doch Viehwirtschaft
war schwer aufgrund des geringen und sehr unzuverlässig
fallenden Regens und entsprechend wenig Weide. Nach
dem Niedergang der Karakulschafzucht in den Achtziger
Jahren wurde das Land mehr und mehr für den Tourismus
genutzt. |
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Die Farm Dieprivier
('tiefer Trockenfluss'), die seit den Vierziger Jahren
von der afrikaansen Familie Voges bewirtschaftet wurde,
genoss in Namibia den Ruf einer landschaftlich besonders
schönen Farm. Ende der Achtziger Jahre bauten Pieter
und Ella Voges am Fuße der versteinerten Dünen
das Namib Rest Camp, das später in Petrified Dune
Lodge umbenannt wurde. Im Dezember 2004 erwarb Gondwana
das 10.000 ha (100 km²) große Gebiet, stellte
die Viehwirtschaft ein und wandelte die Farm in den
Gondwana Namib Park um. |
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